, 21 Februar - 5 April, , curator: Lorenzo Benedetti

In seiner neuen Einzelausstellung Involuntary Twitch, die speziell für De Vleeshal entwickelt wurde, wendet Bojan Sarcevic (Belgrad, 1974) modernistische Kodes an, um abstrakte, narrative Werke zu schaffen.

In der Skulpturenreihe Presence at Night stellt der Künstler organische Formen einander gegenüber, wobei er natürliche Elemente zu Strukturen verbindet, in denen die Zerbrechlichkeit der Formen und die Spannung zwischen den Materialien im Mittelpunkt stehen. Eine Reihe von Arbeiten an den Wänden, zu denen auch Gemälde gehören, trägt den Titel Stamina and the Muse. Diese Arbeiten sind aus verschiedenen Metallen hergestellt und erinnern an Turngeräte, d.h. an funktionale Gegenstände – eine Metapher der Anstrengung, die mit der Spannkraft des Kunstwerks verschmilzt. Sarcevic erkundet die mögliche physische Anstrengung in Kombination mit der empfundenen Ästhetik.
Der Künstler bietet in dieser Ausstellung eine Dialektik zwischen Objekten unterschiedlicher Art dar, die – wie bei Sarcevic üblich – Stück für Stück durch höchste Eleganz und eine raffinierte Formensprache gekennzeichnet werden. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen zerbrechlich aussehenden Elementen und einer stabilen, quasi-funktionale Konstruktion. Ein zurückkehrendes Element in den mehrdeutigen Skulpturen von Sarcevic mit ihren freien Formen sind die Hinweise auf die funktionalistische Architektur und konstruktivistische Bildhauerei. Seine Studie der verschiedenen Materialien in ständig wechselnden Kombinationen macht die Materialität dieser Konstruktionen, ihr Gewicht und ihren Schwerpunkt fast spürbar, als ob man sich mit Hilfe dieser Skulpturen vom Boden lösen könnte.

Bojan Sarcevic wurde 1974 in Sarajewo geboren. 1999 bis 2000 studierte er an der Amsterdamse Rijksakademie. Momentan ist er begleitender Künstler in De Ateliers, ebenfalls in Amsterdam. Einige seiner bedeutendsten Ausstellungen sind die Manifesta 2, Luxemburg 2002, und die Biennale in Venedig 2005. Eine frühere Einzelausstellung war die im Stedelijk Museum Bureau Amsterdam im Jahr 2001.